Der Koiteich: Grundregeln zu Haltung der Koi Fische

Koi sind empfindliche Tiere, die normalerweise in subtropischen Gewässern leben. Beim Bau eines Koiteichs gilt es, diese besonderen Umstände für die Fische herzustellen. Auch bei der Reinigung des Teiches ist Vorsicht geboten.

 

Koiteich Wasserwerte

Koi-Haltung: Darauf ist zu achten

Fütterung der Koi

Das Fressverhalten der Koi steht in direktem Zusammenhang mit der Umgebungstemperatur des Wassers. Mit sinkender Wassertemperatur verlangsamt sich der Stoffwechsel der Fische und sie können nur noch teilweise das Fischfutter verdauen. Sinkt die Wassertemperatur  im Winter unter 10°C [1] sollte die Fütterung ganz ausgesetzt werden. Denn unverdaute Reste verschmutzen das Teichwasser und können zum „Umkippen“ des Teiches führen. Im Frühling, wenn der Stoffwechsel der Koi wieder aktiviert wird, sollte Nahrung mit hohem Proteingehalt verabreicht werden. Die Anzahl der Fütterungen sollte ebenfalls mit steigender Temperatur langsam angehoben werden auf ca. 3-4 Fütterungen pro Tag [2].

Koi können darauf trainiert werden Ihnen das Futter auch direkt aus der Hand zu fressen. Koi erkennen die Person, die sie füttert und sammeln sich um diese, wenn die Fütterungszeit gekommen ist.Koi Teich

Sonnige Plätze

Koi besitzen exotisches Aussehen, sind jedoch auch sehr empfindlich. Da der Koi-Karpfen ursprünglich in subtropischen Gewässern heimisch ist, benötigt er eine Menge Sonne. Bei der Planung sollte also darauf geachtet werden, dass der Koiteich sich an einem sonnigen Ort im Garten befindet, der den Koi die nötige Sonne spendet. Allerdings benötigt der Koi-Karpfen auch schattige Plätze, an denen er sich verstecken und aufhalten kann. Wasserpflanzen und Sonnensegel eignen sich dazu, den Ausgleich zwischen Sonne und Schatten zu optimieren und den Koi eine optimale Lebensumgebung zu bieten. Eine Wassertemperatur zwischen 20 °C und 24 °C ist für Koi optimal. Im Allgemeinen vertragen sie Temperaturen zwischen 6 °C bis 30 °C.

Seichte Stellen

Worauf ebenfalls geachtet werden muss, sind seichtere Stellen. Das Koi-Weibchen benötigt diese, um in aller Ruhe ablaichen zu können. Sind diese Stellen nicht vorhanden, baut das Weibchen die Eier wieder ab, was sie auf Dauer krank macht und natürlich auch verhindert, dass neue Fische entstehen. Es empfiehlt sich deshalb, bei der Anlegung auf ausreichend tiefe Stellen zu achten.

Tiefer Teich zum Überwintern

Koi-Karpfen mögen keine Kälte. ImDichteanomalie Wasser Winter benötig
en sie deshalb einen Rückzugsort, an dem sie während der kalten Monate verweilen können. Ein möglichst tiefer Teich (Mindesttiefe 1,3 m – besser 2m) ist hier eine gute Lösung, denn am Boden des Teiches bilden sich aufgrund der Dichteanomalie des Wassers zwischen 0 °C und 4 °C thermische Schichten, da das kalte Oberflächenwasser nicht nach unten sinkt. Diese wärmere Wasserschichten unter der Eisschicht ermöglichen ein Überleben der Fische. Die Koi reduzieren in dem Fall ihren Stoffwechsel und verfallen in Winterruhe. Alternativ ist es auch möglich, die Fische zu entnehmen oder den Koiteich mit Schwimmmatten oder Styrodurplatten abzudecken.

 

Viel Platz

 Koi werden bis zu 60 Jahre alt und bis zu einem Meter lang. Dementsprechend viel Platz benötigen die Fische im Koiteich, um sich wohlzufühlen und zu gedeihen. Dazu kommt noch, dass Koi gesellige Tiere sind und sollten daher immer mit mehreren Artgenossen gehalten werden. Generell sollte man mit einem Raum von 1 bis 3 m³ pro Koi rechnen. Aufgrund ihrer großen Lebensspanne gilt es, lange in die Zukunft zu planen.  

Der Koi-Kauf: Grundregeln

Liegt ein KHV-Test vor?

Es gibt verschiedene Händler, die Koi anbieten. Beim Kauf sollten einige Grundregeln unbedingt beachtet werden. So sollten die gekauften Koi eine Quarantäne durchlaufen haben, damit sie ohne Krankheiten im heimischen Teich ankommen. Zudem sollte der Händler auf Nachfrage einen KHV-Test gegen den Koi-Herpesvirus vorlegen können.

Der Koi-Herpesvirus ist bei Karpfen höchst infektiös mit einer Inkubationszeit zwischen einer Woche und mehreren Monaten. Beim Ausbruch streben zwischen 80 und 100 % der infizierten Fische normalerweise innerhalb von maximal 2 Wochen.

Generell sollte der Händler darüber Auskunft geben können, wie der Koi behandelt wurde und welche Maßnahmen man selbst noch ergreifen muss.

Wie sieht es mit Farbe und Glanz der Koi aus?

Farbe Koi Fische
Worauf ebenfalls geachtet werden muss, ist die Farbe des Koi. Nur, wenn der typische Glanz auf der Haut vorhanden ist, ist der Koi auch wirklich gesund. Ein Koi, der die Flossen klemmt, ist meist krank und sollte nicht gekauft werden.

Quarantäne durchführen!

Hat man sich für einen Koi entschieden, wird dieser idealerweise einer vierwöchigen Quarantäne unterzogen. Dabei wird der Koi in ein separates Hälterungsbecken gesetzt und beobachtet. Am besten werden ein bis zwei Koi aus dem heimischen Teich dazugesetzt, um feststellen zu können, ob der neue Koi frei von Bakterien ist. Zudem lässt sich auf diese Weise ausschließen, dass der Koi den KHV-Virus hat. Für eine erfolgreiche Quarantäne sollte die Anlage 2 Wochen vor dem Koi-Kauf mit neutralem Wasser befüllt werden und der Filter sollte eingeschaltet werden, damit Schadstoffe und Nitrat beseitigt werden. Zudem sollte die Wassertemperatur zwischen 20 und 23 Grad konstant gehalten werden.

Welcher Filter für den Koiteich?

Um ihre Farbenpracht vollständig zu entwickeln brauchen Koi keimfreies Wasser. Eine Wasserbelastung liegt in einem Koiteich jedoch fast immer vor, solang er nicht gereinigt wird. Denn Koi gelten gemeinhin auch als „Wasserschweine“, da sie sämtliche Wasserpflanzen anfressen und den gesamten Grund aufwühlen. Dazu kommt noch, dass sie mit Spezialfutter gefüttert werden, welches das natürliche Futter der Koi ersetzen soll (Krebse, Garnelen und andere Weichtiere). Dieses enthält Fischmehl und hohe Konzentration an Eiweiß. Sinkt nun das überschüssige Futter im Koiteich ab, bildet sich ein Bodenbelag, der die Vermehrung von Bakterien und Algen begünstigt. Um dieser Wasserbelastung entgegenzuwirken, reicht ein gängiger Filter oder ein Pflanzenfilter in der Regel nicht aus. Zudem reißen die Koi-Karpfen auch die Pflanzen aus, die eigentlich dazu dienen sollen, das Wasser zu reinigen.

Wesentlich sinnvoller ist die Verwendung spezieller Koi-Teichfilteranlagen. Insbesondere sind Schwerkraftfilter mit Trommelfilter und Beadfilter sehr gut geeignet, um die bestmögliche Wasserqualität zu erhalten und selbst starke Verschmutzungen wieder auszugleichen.

Wasserqualität kontrollieren!

Damit die Koi gesund bleiben, muss das Wasser im Teich regelmäßig gewechselt werden. Ein kleiner Bachlauf reicht hier schon aus, wobei es je nach Größe auch sinnvoll sein kann, das Wasser von Hand zu wechseln. Dabei gilt es darauf zu achten, dass der pH-Wert möglichst neutral gehalten wird. Ein Wert zwischen 7 und 7,5 ist vollkommen in Ordnung, während alles, was darüber oder darunter liegt, dem Fischbestand schadet.

Der  Ammoniak Wert sollte unter 0,2 mg/l liegen, denn oberhalb dieser Konzentration ist er für Koi tödlich. Nitrit darf in einem Koiteich gar nicht vorkommen und der Nitrat Wert sollte unter 100 mg/l liegen. Eine regelmäßige Kontrolle mit einem speziellen Messgerät ist notwendig, um schnellstmöglich reagieren zu können, z.B. mit einem Wasserwechsel.

Der wichtigste Wert in einem Koiteich ist der Sauerstoff-Wert. Ideal sind mindestens 6 mg Sauerstoff pro Liter [3], wobei auch etwas höhere Werte kein Problem darstellen. Zu wenig Sauerstoff sollte jedoch nicht vorhanden sein, denn das führt zum einen dazu, dass die Filter nicht richtig arbeiten und zum anderem schadet es den Koi. Kiemennekrose und andere Krankheitsbilder sind die Folge und führen letztlich zum Tod der Koi. Sinnvoll ist daher der Einsatz von Teichbelüftern, die den Koiteich mit dem nötigen Sauerstoff versorgen.

Um die Wasserqualität möglichst auf hohem Niveau zu halten sollte ein Teichschlammsauger, der den Schlamm vom Teichboden entfernt, regelmäßig zum Einsatz kommen.

Achtung bei schaukelnde Bewegungen

Koi Krankheiten VerhaltenBenehmen sich die Koi auffällig, könnte dies ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Scheuern und springen sie z.B. oder zeigen starke Kiemenbewegung liegt ein Parasitenbefall nahe. Haben sie dagegen einen grauen Schleier auf der Haut und führen schaukelnde Schwimmbewegungen aus, so ist von der Krankheit Costia“ auszugehen. Dann ist es notwendig, einen Tierarzt hinzuziehen, welcher einen Abstrich macht und die genaue Art des Befalls diagnostiziert.

Auch Vergiftungen sind bei Koi leider keine Seltenheit. Zu erkennen sind sie daran, dass sich die Augen zu weit in den Höhlen befinden und das betroffene Tier nicht mehr richtig frisst. Ebenso deuten Darmprobleme auf Vergiftungen hin. Auch hier gilt: Tierarzt alarmieren. Koi, die sich viel an der Teichoberfläche aufhalten und ihren Mund intensiv bewegen, leiden womöglich unter Sauerstoffmangel. Eine Kontrolle des Sauerstoff-Werts im Koiteich verschafft Klarheit und ermöglicht ein schnelles Handeln.

Quellen

  1. „Koi Feeding Guide“. lagunakoi.com.
  2. „The Best Temperature to Feed Your Koi Fish“. mitchkoi.co.uk.
  3. www.a-koi.at/

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