Fischteich: Aufbau & Basiswissen


Aufbau des Fischteichs

Fischteich rundEin Fischteich ist anders aufgebaut als ein normaler Gartenteich. So besitzt er im Normalfall keine wasserundurchlässige Sperrschicht, wie z.B. eine Teichfolie, sondern wird dort platziert wo die Höhe des Grundwassers zur Füllung des Teichs genügt. Meist wird er zudem mit einem Zu- und Ablauf ausgestattet. Dabei handelt es sich um kleine Bäche, Quellen oder Flussläufe, die mit einem Gitter vom eigentlichen Fischteich getrennt werden sollten. Zudem sollte es möglich sein, den Zulauf umzuleiten oder abzusperren, um die Fische bei Bedarf leichter abfischen zu können. Dadurch wird auch verhindert, dass sich in einer Trockenperiode Fischparasiten und Krankheiten im Teich ausbreiten.

Welche Fische für den Fischteich?

KarpfenDer Fischteich steht, doch welche Fische sollen darin heimisch werden? Meist werden Goldfische und andere heimische Teichfischarten eingesetzt, da diese an das europäische Klima gewohnt und somit einfach zu halten sind. Anders sieht es mit Fischen aus Amerika oder Asien aus. Arten aus Ländern wie China oder den USA schaden unter Umständen dem heimischen Fischbestand und gehen meist schon nach kurzer Zeit ein. Deshalb gilt: Informationen zu den einzelnen Arten einholen und entscheiden, ob diese in den eigenen Fischteich passen.

Vom Aal bis zur Rotfeder gibt es diverse Fischarten, die sich für den heimischen Fischteich anbieten. Bei der Wahl der Fischarten sind insbesondere deren Nachteile von Belang. Manche Fische vertilgen andere Fische im Teich und andere fressen die Wasserpflanzen an. So etwa der Graskarpfen, welcher sämtliche Flora verschlingt und den Teich innerhalb kürzester Zeit zu einem kahlen Fleck macht.

Fressen die Fische Wasserpflanzen oder andere Lebewesen im Teich auf, wird nach und nach dessen Ökosystem zerstört. Das führt zu einer Verschmutzung des Teichs und ist natürlich auch kein schöner Anblick. Eine gute Planung ist hier also essentiell.

Folgende Arten sind besonders beliebt:

Fischarten

  • Goldfisch: Der Goldfisch gehört aufgrund seiner bunten Farben zu den beliebtesten Teichfischen. Er ernährt sich von Pflanzen und Kleinstlebewesen und pflanzt sich schnell fort. Der Goldfisch gilt als gesellig und kommt mit anderen Fischarten gut zurecht.
  • Koi: Koi werden bis zu 60 Jahren alt und bis zu 24 kg schwer. Ihre Ernährung besteht aus Pflanzen, Würmern und Insekten. Sie gelten als friedlich und lassen andere Fische in Ruhe. Koi halten sich im Winter am Boden des Teiches auf, wo sie sich bei ausreichender Tiefe bei Frost zurückziehen können.Fischteich Koi
  • Bitterling: Der Bitterling gehört zu den mitteleuropäischen heimischen Karpfen. Der Vorteil dieser Fischart ist, dass sie sich unter anderem auch von Algen ernährt und dadurch man erheblich weniger Probleme bei der Algen Bekämpfung hat. Ein anderer Vorteil des Bitterlings ist, dass man mehr Kontrolle über den Bestand und der Vermehrung hat, als bei anderen Fischsorten, da das Weibchen seine Eier in Muscheln legen muss.
  • Rotfeder: Die Rotfeder frisst Insekten und Kleinstlebewesen und hält sich mit Vorliebe an der Wasseroberfläche auf.
  • Orfe: Frisst Fischfutter und Kleinstlebewesen; ist friedlich und widerstandsfähig
  • Aal: Frisst Insekten, Würmer,Kleinfische und Laich; braucht ein fliesendes Gewässer

Jede Art hat also ihre Eigenheiten und ernährt sich anders. Es empfiehlt sich deshalb, die Zusammensetzung gut zu planen und den Fischteich je nach Art zu gestalten.

Teichgröße

Einige Fische benötigen mehr Platz als der Teich hergibt. Als Kriterium für die Teichgröße nimmt man das Gewicht der Fische: die Haltung von ein Goldfisch pro m³ Wasser ist eine gute Richtlinie. Ab 1 kg Fisch pro m³ Wasser müsste man verstärkt Filteranlagen einsetzen sowie für Wasserbewegung sorgen, um das Wasser klar zu halten. Größere Fische wie Karpfen benötigen mehr Platz als Goldfische und kommen nur für größere Gartenteiche in Frage.

Die optimale Temperatur

Beim Klima gibt es ebenfalls Unterschiede. Während der Koi-Karpfen sich ab Wassertemperaturen von 24° wohlfühlt, mögen Störe kaltes Wasser. Wer nun beide gleichzeitig hält, muss damit rechnen, dass eine Art eingeht und so dem Ökosystem im Teich schadet. Auch hier gilt deshalb: Im Zoogeschäft erkundigen und Informationen zu den geplanten Fischarten recherchieren.

Überleben die Fische draußen im Winter?

Fischteich im WinterAls nächstes gilt es zu beachten, dass nicht alle Fische winterfest sind. Die Elritzen z.B. gehören zu der Sorte Fische die im Winter unter der Eisoberfläche zuerst sterben. Gefriert der Teich in den kalten Monaten zu, muss also der Fischbestand, der nicht winterfest ist aus dem Teich genommen werden. Kois können dagegen auch im Winter im Teich verbleiben, vorausgesetzt der Teich bietet ausreichende Tiefe.

Nicht nur der Winter ist für Fische eine gefährliche Zeit. Im Sommer kann die Hitze Goldfischen und Co. schwer zu schaffen machen, weshalb im Teich ausreichend Schattenflecken vorhanden sein sollten. Darüber hinaus haben die einzelnen Arten ihre kleinen Eigenheiten, die es zu berücksichtigen gilt. Der Koi-Karpfen z.B. benötigt sonnige Plätze. Einige Arten sind Schwarmtiere, andere halten sich am liebsten alleine oder in kleinen Gruppen auf. All das sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

Filter auch für kleine Fischteiche nötig?

Notwendig ist eine Teichfilteranlage besonders bei größeren Teichen. Es ist jedoch empfehlenswert auch in einem kleinen Teich eine Filteranlage einzubauen und diese je nach Bedarf zu nutzen. Denn schnell stellt man fest, dass das Wasser im kleinen Teich doch nicht so richtig klar ist, wie man angenommen hat, weil auch die wenigen kleinen Fische Sediment aufwirbeln und den Boden durchwühlen können. Dazu kommen die Futterreste, Fischexkremente und Herbstlaub, die mit der Zeit eine dicke Schlammschicht auf den Boden bilden. So entsteht auch im kleinen Teich aus dem klaren Wasser eine trübe Brühe. Ein Teichfilter ist die vorbeugende Rettung, denn er sammelt die Schlammteilchen auf, sodass der Teich sauber genug ist und man durch das Wasser die Fische erkennen kann.

Filtertechnik, Pumpen und Teichbelüftung tragen dazu bei, dass die Fische genügend Sauerstoff abbekommen und sich insgesamt wohler fühlen. Ob und welcher Filter der richtige ist, hängt von der Größe der Fische und des Teichs ab.

Den Fischteich richtig bepflanzen

Seerosen für den GartenteichKein Fischteich ohne Wasserpflanzen. Die Fische benötigen die Flora, um sich darin zu verstecken, als Nahrung und um ihre Eier abzulegen. Außerdem sorgen Pflanzen für ein gesundes Ökosystem im Teich und tragen zur Reinigung des Wassers bei.
Davon ab sieht ein bepflanzter Teich natürlich wesentlich schöner und lebhafter aus als eine Kuhle ohne Pflanzen. Vor allem Teichrosen und Schilfrohr machen den Teich zu einem lebhaften Flecken, da sie Libellen und andere Lebewesen anlocken.

So wird die Wasserqualität erhalten

Gerade bei größeren Fischteichen ist es notwendig, die Wasserqualität regelmäßig zu messen. Spezielle Geräte, die in jedem Zoogeschäft zu bekommen sind, messen Sauerstoff, Stickstoff, pH-Wert, Wasserhärte und Phosphate im Teich.

Der Sauerstoffgehalt ist besonders wichtig. Einen zu niedrigen Wert erkennt man daran, dass die Fische an die Wasseroberfläche steigen und intensive Mundbewegungen zeigen.

Geschieht dies, sollten zusätzliche Bachläufe oder Springbrunnen eingebaut werden. Als kurzfristige Lösung dient Sauerstoff-Granulat aus dem Fachhandel. Stickstoffverbindungen wie Nitrat entstehen durch abgestorbene Pflanzen, Fischfutter oder Fischkot. Ein zu hoher Anteil ist an einer übermäßigen Algenblüte zu erkennen.

Der pH-Wert beeinflusst viele biologische Abläufe im Wasser. Ideal ist ein Wert von sieben bis acht, wobei für einige Bereiche auch etwas niedrige Werte in Ordnung sind. Grundsätzlich sollte ein Wert von neun pH nicht erreicht werden, da dann Ammoniak gebildet wird. Eine zu hohe Wasserhärte schadet dem Fischbestand und muss deshalb durch einen Wasserwechsel ausgeglichen werden. Normales Leitungswasser ist hierfür ideal. Phosphate stellen im Normalfall kein Problem dar, da sie von den Pflanzen im Teich schnell abgebaut werden. Ist der Teich jedoch dauerhaft grün, liegt ein schwerwiegendes Problem mit dem Phosphat-Gehalt nahe. Dann ist es ratsam, einen Wasserwechsel vorzunehmen bzw. eine gründliche Teichreinigung mit dem Teichschlammsauger. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem der Einsatz von Teichfilter als Präventivmaßnahme.

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